Am 16.10.2016 besuchte die ehemalige Schülerin Anja Sperr den Geographie Kurs von Frau Möschl, um die auf das Abitur zusteuernden Schüler der 12. Jahrgangsstufe in einem Vortrag über ihre Freiwilligenarbeit in Bolivien im Jahr nach dem Abitur zu informieren.

Das Herz Südamerikas. So wird Bolivien, welches umgeben von Peru, Brasilien, Paraguay, Argentinien und Chile in der Mitte Südamerikas nahe der Anden genannt. Mit seinen 10,5 Millionen Einwohnern, von denen rund 55% zur indigenen Bevölkerung gehören, werden dort mehr als 30 verschiedene Sprachen gesprochen, zu denen u. a. Spanisch, Quechua, Aimara und Guaraní gehören. Regiert wird Bolivien von Präsidenten Evo Morales, der in der Bevölkerung aufgrund seines sozialen Engagements sehr beliebt ist. Trotz seines starken wirtschaftlichen Aufschwungs seit 2000, zählt Bolivien zu den ärmsten Ländern Südamerikas, denn ca. 50% der Einwohner lebt von unter 2 US-$ pro Tag. Zusätzlich ist die Korruptionsrate in diesem Land enorm. Obwohl es eine Schulpflicht bis zu dem 13. Lebensjahr gibt, wird diese selten eingehalten, denn das legale Mindestalter für Kinderarbeit liegt bei zehn Jahren. Somit gehen die meisten Kinder ab diesem Alter arbeiten anstatt die Schule zu besuchen. Das Einhalten der Schulpflicht wird kaum bis gar nicht überprüft. Außerdem ist in Bolivien der Anbau und Konsum von Kokablättern erlaubt und der Drogenmissbrauch von Erwachsenen und Kindern steigt leider stetig an. Doch außerhalb der Städte ist die Armut noch größer. Daher ist die Anzahl von Straßenkindern gerade auch dort sehr hoch und nur selten gibt es eine funktionierende Strom- und Wasserversorgung oder gar richtige Häuser.

Deshalb hat Anja Sperr im Jahr nach ihrem Abitur beschlossen, für einige Monate mit der Organisation „Fundación Bolivia Digna“, die sie über „Worldunite!“ fand, nach Bolivien zu reisen, um dort in zwei unterschiedlichen Projekten bedürftigen Kindern zu helfen. Mit einer internationalen Gruppe von Helfern versammelte sie jeden Nachmittag die Kinder zweier Armenviertel in Cochabamba, die tags übermeist auf sich alleine gestellt waren, da ihre Eltern arbeiten müssen. Dafür standen ihnen für das Vorschulprogramm oder für Hilfe bei den Hausaufgaben das Schulgebäude und das Gemeindehaus zur Verfügung. Die Kinder sind meist zwischen einem und 15 Jahren, kennen jedoch meist ihr eigenes Alter nicht genau. Die Helfer versuchen hier, durch ein geborgenes Umfeld und durch spielerisches Lernen, neue Perspektiven für die Kinder zu schaffen. Hier sollen sie ebenfalls dazu animiert werden, sich endlich wieder Dinge zu wünschen. Immer wieder veranstaltete Anja mit ihren Kollegen und Kolleginnen Projekte, bei denen den Kindern zum einen theoretisches Wissen wie Biologie, Mathe oder Geographie, das meist in den Schulen, wo alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse von einem einzigen Lehrer unterrichtet werden, zu kurz kommt, zum anderen praktische Fähigkeiten wie Theater, Tanz, Gesang, Hygiene und Gesundheit näher gebracht werden. Zusätzlich bieten sie den Kindern Sportprogramme mit Fußball- und Tanzunterricht oder Aktivitäten wie Seilspringen im Freien und olympische Spiele. Da diese Organisation nicht vom Staat finanziert wird, ist sie ausschließlich auf Spenden und die Organisationskosten für die Helfer angewiesen. Freiwillige vor Ort bezahlen z. B. zwischen 180-300 US-$ für Kost und Logis. Der Betrag ist abhängig von der Zimmerart, die man bucht. Der Rest der Summe geht dann an Projekte. Einmal konnte die Gruppe vor Ort den fußballspielenden Kindern dadurch sogar Fußballschuhe spendieren.

Im zweiten Teil ihres Vortrags sprach Anja über die Vorbereitungen eines längeren Auslandsaufenthaltes. Bei der Organisation im Vorfeld empfiehlt sie, sich rechtzeitig um benötigte Impfungen und das Visum zu kümmern, sich jedoch auch mental auf die Armut und die damit auftretenden Probleme wie möglicher Diebstahl oder bettlende Kinder vorzubereiten. Wegen der höheren Gefahr auf den Straßen sollte man sich Abends (besonders im Dunkeln) nur in kleineren Gruppen oder mit Hilfe registrierter Taxis durch die Stadt bewegen. Es ist immer gut sich die Sprache vorher anzueignenden, aber zur Not erlernt man sie durch den täglichen Gebrauch auch vor Ort schnell. Um so viel wie möglich von der Kultur des Landes zu erleben, rät sie, viele Märkte und öffentliche Feste zu besuchen und in der freien Zeit möglichst viel zu reisen. Am besten ist es jedoch, ohne Vorurteile, Ängste oder Erwartungen loszufahren, denn nur so kann man die Zeit am besten genießen und möglichst viele Eindrücke mitnehmen.

Andere Websites zur Vermittlung von Freiwilligenarbeit sind Weltwärts.de und ICJA.

Ein großes Dankeschön an unsere tolle Referentin Anja Sperr!

Sophie Mc-Koytek, Q12

 

Lehrkräfte Geographie am MTG

Grimm, Thomas
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Oberstufenbetreuung
Knoll, Sascha
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Englisch / Geographie / Informatik
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Fachbetreuung Informatik, Mitarbeit Systembetreuung
Lehnberger, Ursula
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Sport, Geographie
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Möschl, Sandra
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Englisch / Geographie
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Münzinger, Michael
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Geographie / Sport/ Ethik
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Fachbetreuung Geographie und Ethik
Sandner, Christian
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Tropper, Doris
Tropper, Doris
Geographie / Sport
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UStbetreuung, Erw. Schulleitung