Wei - Stellen Sie sich Folgendes vor: Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Der Mensch baut autonome, mit Elektroantrieb versehene Fahrzeuge, er fliegt zum Mond, hält Fußballweltmeisterschaften und Olympische Winterspiele in Wüstenstaaten ab und trotzt tollkühn – wie einst Heinrich Faust – dem Wasser Land ab. Kurzum: Die Menschheit schickt sich an, das Universum zu erobern – und sie führt gleichzeitig einen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ein. 

Paradox. Schrecklich. Beschämend. Und nicht zuletzt tragisch ist es, weil sich die große Mehrheit bei der Erwähnung dieses Tages bestenfalls darauf beschränkt, diesen goutierend zur Kenntnis zu nehmen, während andere die Information schlichtweg als irrelevant abtun werden.

In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer physischer oder sexueller Gewalt. Jede Dritte mindestens einmal. Gewalt an Frauen geht uns alle an.

Wir fordern daher, dass nicht nur der 25. November als Internationaler Tag für die Beseitigung von Gewalt gilt, sondern dass jeder Tag zu einem solchen Tag gemacht wird.

Wir rufen dazu auf, rücksichtsvoll zu sein, gutherzig zu den Schwachen und unnachgiebig gegenüber der Gewalt, die abscheulich und widerwärtig ist, und die vollständig ausgerottet werden muss, damit ein internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen nicht mehr notwendig ist, weil es in unserem Leben keine Gewalt mehr gibt. 

Und wir rufen dazu auf, achtsam zu sein und da eine helfende Hand zu reichen, wo diese benötigt ist.

 

Seid ihr oder sind Sie betroffen von Gewalt, könnt ihr / können Sie sich an folgende Anlaufstellen wenden: