Am 6. März 2013 besucht Hans Rosenfeld, ein jüdischer Zeitzeuge der NS-Zeit, das Kellertheater des MTG, um den Jugendlichen von seinen Erfahrungen zu berichten. Mehrere Geschichtskurse lauschen dem charismatischen alten Herrn gespannt. Das Wichtigste für Herrn Rosenfeld ist, dass die Schüler Fragen stellen und dass sie vor allem eines aus diesem Vortrag mitnehmen: Die Ereignisse der grausamen Jahre dürfen sich nicht wiederholen und die jetzige Generation ist dafür verantwortlich, dass dies nicht geschieht.

Hans Rosenfeld wird 1926 in Schopfloch geboren und wächst dort auch auf. Seinen Urgroßeltern, später seinen Großeltern und dann seinem Vater gehören eine Strumpfwarenfabrik. Später wird sie zu einer Wollwarenfabrik. Sie wird bis 1933 von seinen Ur- und Großeltern geführt.

Von Anfang an ist die jüdische Familie dem durch die Nationalsozialisten geschürten Hass ausgesetzt. Hans Rosenfeld ist schulpflichtig. Als Jude wird er jedoch von den Lehrern sehr diskriminiert. Die Frage kommt auf, wo die Familie jetzt untertauchten kann. Sie zieht nach Neumarkt in der Oberpfalz, in der Hoffnung, dort anonymer leben zu können. Aber es handelt sich um einen Irrtum: Man kann nicht untertauchen. Die Diskriminierung und Gewalt in der neuen Schule in der Bahnhofstraße sind schlimmer als zuvor.

Hans Rosenfelds Vater bekommt Augenprobleme. Als Jude hat er mit seiner Netzhautentzündung nur zwei Optionen: Entweder Sterilisieren oder Auswandern. Man entschließt sich nach Argentinien zu gehen. Am 22.01.1937 wandert die Familie von Hamburg aus per Schiff aus. Der deutsche Pass wird als ungültig abgestempelt – nach dem ersten Schritt auf dem Schiff sind sie staatenlos.

Hans Rosenfeld besucht in Buenos Aires eine deutsche Schule, die gegen den Nationalsozialismus ist. Seine Eltern wollen später wieder zurück nach Deutschland.

Spätestens nach der Reichspogromnacht beginnt im jungen Rosenfeld der Hass auf alles Deutsche zu wachsen. Durch das Hören verschiedener Radiosender informiert er sich über die aktuelle Lage.

Als Hitler 1945 den Krieg verliert, hat sich Hans Rosenfeld schon eine neue Existenz aufgebaut. Er hat eine Familie gegründet und Jura studiert und beruflich ausgeübt. Doch in Argentinien kommt Perón an die Macht und er beschließt das Land, aus Angst vor einer weiteren Diktatur, zu verlassen. Er wandert in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die USA, aus.

Bis zu seinem Schlüsselerlebnis wird Hans Rosenfeld jahrelang einen Hass auf Deutschland haben und nichts mehr mit dem Land zu tun haben wollen.

Eines Tages will seine Frau nach Holland reisen und auf der Schifffahrt von Rotterdam nach Strasburg kommt es zu besagtem Schlüsselerlebnis.

Auf dieser Schifffahrt versteht sich Herr Rosenfeld überragend mit dem Personal des Speisesaals. Den deutschen Kapitän findet er so sympathisch, dass er sich von seiner Frau überreden lässt, ihm zu gestehen, deutsch zu können. Er hatte es nämlich die Hälfte seines Lebens kategorisch abgelehnt, deutsch zu sprechen. Die Tatsache, dass der junge Kapitän, als er erfährt, dass Rosenfeld Jude ist, sich für etwas entschuldigt, wofür er gar nichts kann, bewegt Rosenfeld zutiefst. Er erkennt, dass man nicht alle Deutschen mit den Nazis gleichsetzen kann und dass sich das Land weiterentwickelt hat. Zudem kommt er hier zum ersten Mal mit den Schuld- und Schamgefühlen der Nachkriegsgeneration in Berührung. Er weiß, dass es an der Zeit ist, sich mit Deutschland zu versöhnen und den Hass niederzulegen.

Am Ende seines Vortrags betont er, wie wichtig es ist, Jugendlichen klar zu machen, dass sie ihre Freiheit verteidigen müssen und dass Hass der falsche Weg dabei ist.

So kann man alles in allem sagen, dass dieser charismatische Herr einen bleibenden Eindruck bei den Schülern hinterlassen hat. Bewegend schilderte er seine Lebensgeschichte und mit Gewissheit kann behauptet werden, dass alle Schüler etwas davon mitgenommen haben und die Botschaft, die Hans Rosenfeld vermitteln wollte, im Hinterkopf bewahren werden.

Clara Sünskes Thompson, Q11

 

Lehrkräfte Geschichte am MTG

Barth Dr., Erwin
Barth Dr., Erwin
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Bar
Demleitner Dr., Elisabeth
Demleitner Dr., Elisabeth
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:De
Stellvertr. Schulleiterin
Fürst, Manuel
Fürst, Manuel
Englisch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:
Heinisch, Werner
Heinisch, Werner
Latein / Geschichte
Kürzel:Hei
Klinge, Astrid
Klinge, Astrid
Deutsch / Geschichte
Kürzel:Kli
Mitarbeiterin in der Schulleitung
Kolb, Armin
Kolb, Armin
Deutsch / Geschichte
Kürzel:Kol
Schulleiter
Lehner, Jochen
Lehner, Jochen
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde/Ethik
Kürzel:Leh
Fachbetreuung Deutsch
Sundhaus, Kati
Sundhaus, Kati
Deutsch / Geschichte
Kürzel:Sdh
Teufel, Florian
Teufel, Florian
Deutsch / Geschichte / Sozialkunde
Kürzel:Tfl
Fachbetreuung G./Sk., Personalrat
Walter, Johannes
Walter, Johannes
Geschichte
Kürzel:Wal