Wenn Popcorn auf Poesie trifft: Ein Leseabend, der nachhallt
BrasC – Manchmal reicht ein Satz, um einen ganzen Saal zum Schweigen zu bringen. Und manchmal reicht eine Tüte Popcorn, um genau dieses Schweigen erst recht genüsslich zu machen. Beides gab es reichlich, als Nora Gomringer zu Gast in unserer Aula war – und knapp eine Stunde lang bewies, dass Lyrik alles andere als verstaubt ist.
Texte, die unter die Haut gehen
Nora Gomringer las nicht einfach vor – sie performte. Mit einer Stimme, die zwischen Flüstern und Singen pendelte, holte sie Themen auf die Bühne, die alle im Saal etwas angingen: von ersten Haustieren und deren Tod über Körper und Selbstbild bis hin zu Freundschaft und gesellschaftlich- politische Themen. Keine abgehobene Hochliteratur, sondern Texte, die mitten im Leben unserer Schülerinnen und Schüler ankamen.
Bewegte Bilder, bewegende Worte
Höhepunkt des Abends waren die eingespielten Poesiefilme – kurze, dichte Kunstwerke, in denen Sprache, Bild und Rhythmus zu einer Einheit verschmelzen. Besonders „Trias“ sorgte für betretene Stille im Saal, gefolgt von spürbarem Aufatmen, als die letzten Bilder verklangen. Ein Film, der zeigt, wie viel Kraft entsteht, wenn ein Gedicht nicht nur gehört, sondern gesehen und gefühlt wird.
Fazit: Poesie mit Popcorn-Faktor
Nach knapp einer Stunde ging das Licht wieder an. Zurück blieben leere Popcorntüten, das ein oder andere nachdenkliche Gesicht, angeregte Gespräche auf dem Nachhauseweg – und bei manchem vielleicht nur ein kleiner Samen, der gesät wurde und erst sehr viel später aufgehen wird. In jedem Fall aber war es ein Abend, der gezeigt hat, dass zeitgenössische Lyrik alles andere als leise oder langweilig ist: Sie performt. Sie berührt. Sie ist Genuss. Es braucht nur die Bereitschaft, sich einzulassen und zuzuhören.
Ein großes Dankeschön an Nora Gomringer für diesen besonderen Abend – und an alle, die mit Herzblut, Technik Expertise und Popcornmaschine zum Gelingen beigetragen haben!
Text: C. Brassel, Foto: Judith Kinitz