Rke – Sonntag, 30.06.2024, 06:30h: Drei neunte Klassen stehen am Busbahnhof und warten, dass es endlich losgeht. Trotz der Müdigkeit aller wird die morgendliche Stille von munterem, aufgeregtem Geschnatter gebrochen. Nach einer 16-stündigen Fahrt sind dann doch alle kaputt und froh, mit ihren Freunden (immer zwei bis vier Personen) in ihren Gastfamilien in Broadstairs anzukommen. Die Engländerinnen und Engländer sind sehr freundlich und die meisten haben Haustiere oder Kinder.

Am nächsten Tag kommen wir – immer noch etwas müde – in der KSE (Kent School of English) an und sitzen zunächst in Klassen zusammen, die bunt gemischt sind aus Spanierinnen und Spaniern, uns sowie anderen deutschen Schülerinnen und Schülern. Nach einem Einstufungstest, auf dessen Basis wir in Lerngruppen, die an unser Sprachniveau angepasst sind, eingeteilt werden, geht es auch schon in die erste Mittagspause in England. Nach einigen Vorfällen mit diebischen Möwen, die einem das Essen einfach aus der Hand klauen, geht es los mit dem „Town Trail“, bei dem wir in Kleingruppen Broadstairs in Form einer Schnitzeljagd erkunden. Im Anschluss daran gibt es ein leckeres Abendessen in der Gastfamilie und danach ist der traditionell englische „Barn Dance“ angesagt, bei dem man meist in Gruppen von sechs bis zehn Leuten zu Volksmusik tanzt.

Dienstag: Wir starten wieder mit Unterricht an der KSE, ab jetzt nach Sprachniveaus eingeteilt, und nach einer Mittagspause (die dort übrigens 1h und 45min geht) haben wir heute auch Nachmittagsunterricht. Das Abendprogramm besteht aus einer Karaoke Show, bei der nicht nur die Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie können, sondern auch die Lehrkräfte aus voller Kehle singen.

Am Mittwoch geht es mit dem Bus nach London. Nach der ca. zweistündigen Fahrt sind alle erfreut, als wir endlich in Greenwich ankommen. Wir erleben eine schöne Bootsfahrt über die Themse und werden ab Westminster durch die Stadt geführt. Da erwischt uns doch glatt das englische Wetter mit einer halben Stunde Nieselregen, während wir weiter durch London wandern. Als wir aber schließlich in Kleingruppen selbst noch die Stadt erkunden dürfen, hört dieser zum Glück auf. Auf dem Rückweg brauchen wir leider ein wenig länger, da wir zur absoluten „Rush Hour“ nach Hause fahren. Nach diesem coolen, aber anstrengenden Tagesausflug geht es direkt in die Gastfamilien und ab ins Bett (obwohl sicher niemand sofort geschlafen hat;-) ).

Am Donnerstag haben wir nach unserem Vormittagsunterricht an der KSE eine kürzere Mittagspause und dann geht es mit Doppeldeckerbus ab nach Canterbury, einer naheliegenden wunderschönen Kleinstadt. Nach einer kurzen Führung dürfen wir uns, erneut in kleinen Gruppen, die idyllische Stadt ansehen und unsere Zeit in Läden oder Cafés verbummeln. Wieder zu Hause angekommen, gibt es ein schnelles Abendessen und dann geht es ab in die Disco, bei der wirklich (fast) JEDER tanzt und wo durch das gemeinsame Singen und Tanzen ein richtiges Gemeinschaftsgefühl aufgebaut wird.

Am Freitag ist leider schon unser letzter Tag und nach unserem letzten Unterrichtsvormittag können wir uns nach der Mittagspause entscheiden, ob wir die ursprünglich geplante Küstenwanderung machen oder doch lieber unsere Zeit frei in Broadstairs verbringen wollen (wie das Ergebnis ausgefallen ist, könnt ihr euch sicher denken; erst recht, nachdem uns das englische Wetter wieder etwas eingeholt hat). Wir verbringen also einen herrlichen frühen Nachmittag im Zentrum Broadstairs und die meisten von uns finden sich danach freiwillig im Community Center der Kirche zusammen, um das Viertelfinalspiel der Europameisterschaft zwischen Deutschland und Spanien zu schauen, gemeinsam mit 18 Schülerinnen und Schülern aus Spanien. Die aufgeheizte Stimmung ist auf beiden Seiten zu spüren! Nach der enttäuschenden 2:1-Niederlage sind alle deutschen Jugendlichen etwas geknickt, doch als es dann zu den Team Challenges kommt, steigt die Stimmung wieder. In Kleingruppen müssen wir Lieder erraten, einen Spaghetti-Turm bauen oder Planken. Nachdem die Siegerinnen gekürt worden sind – übrigens MTGlerinnen – gehen alle erschöpft zurück in die Gastfamilien, um für die Heimreise zu packen.

Am nächsten Tag fahren wir nach dieser soooo kurzen Woche leider zurück nach Hause. Nach einer diesmal sogar 17-stündigen Fahrt kommen alle glücklich in Erlangen an. Wir können festhalten: Es war eine super Woche mit einer unvergesslichen Fahrt, bei der sich so einige Freundschaften gebildet und weiterentwickelt haben.

Elena Scheer, Fritzi Heinlein und Johanna Krotter (9c)